Medizinische Mikrobiologie
Dark_Angel
8.9 Varies with device
✓ Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hielt sich die Vorstellung, dass Infektionskrankheiten über schlechte Dünste, sogenannte Miasmen verbreitet werden, was sich bis heute in einigen Begriffen (Malaria: "schlechte Luft") und homöopathischen Konzepten erhalten hat. Bereits 1665 entdeckte der niederländischer Naturforscher und Mikroskopebauer Antoni van Leeuwenhoek mit Hilfe eines selbstgebauten Mikroskops in Gewässern und im menschlichen Speichel Bakterien und Protozoen. Aber erst in den 1850igern kam Ignaz Philipp Semmelweis (1818-1865) der Verdacht, dass schmutzige Hände als Überträger z.B. des Kindbettfiebers eine entscheidende Rolle spielten. Es dauerte weitere Jahrzehnte bis sich das Konzept der mikrobiellen Krankheitserreger und entsprechenden Gegenmaßnahmen überall durchsetzen. So führte der schottische Chirurg Joseph Lister (1827-1912) im Jahre 1867 das Besprühen des Operationsfeldes mit desinfizierendem Karbol ein und konnte dadurch einen steilen Abfall der Mortalität im Operationssaal erreichen. Eine Zusammenstellung bestimmter Kriterien bei einer Infektion gab Koch 1882 in einem Aufsatz über Tuberkulose an. Friedrich Loeffler, ein Schüler von Koch, gab 1883 ähnliche Kriterien für die Postulate an. Schon 1877 hatte der Bakteriologe Edwin Klebs ähnliche Bestimmungen formuliert. Die Arbeiten von Jakob Henle (1809-1885, Anatom und Pathologe) und Robert Koch (1843-1910, Arzt und Mikrobiologe) führten in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts zur Formulierung der sogenannten Henle-Koch-Postulate. Auf dem 10. Internationalen Medizinischen Kongress von 1890 in Berlin sprach Koch "Über bakteriologische Forschung": "Wenn es sich nun aber nachweisen ließe:

✓ dann könnte er nicht mehr zufälliges Akzidens der Krankheit sein, sondern es ließe sich in jedem Falle kein anderes Verhältnis mehr zwischen Parasit und Krankheit denken, als dass der Parasit Ursache der Krankheit ist." Die Henle-Koch-Postulate können in dieser Strenge allerdings nicht in jedem Fall erfüllt werden.
✓ Impfungen
Schon vor dem Aufkommen dieser Erkenntnisse wurde Mikrobiologie praktisch angewandt: Es war lange bekannt, dass das einmalige Durchstehen der Pockenkrankheit ebenso wie das Durchstehen der Kuhpocken (eine beim Menschen leicht verlaufende Rinderkrankheit) gegen weitere Ansteckungen durch die Pocken immun machte. Der englische Arzt Edward Jenner (1749 - 1823) experimentierte mit diesem Wissen und infizierte im Jahr 1796 einen Jungen mit den Kuhpocken. Im Anschluss war dieser Junge gegen die gefährlicheren Pocken immun. Jenner beschrieb diese Technik mit dem Wort „Vaccination“. Es stammt von dem lateinischen Wort „vaccinia“ für Kuhpocken, welches wiederum vom lateinischen Wort für Kuh „vacca“ abgeleitet ist. Diese erste Impfung wurde rasch in Europa aufgegriffen, die Ursache der Infektionskrankheiten war jedoch nach wie vor unbekannt.

✓ Dies änderte sich gegen Ende des 19. Jahrhundert. Louis Pasteur formulierte 1864 die Keimtheorie, Robert Koch erbrachte 1876 den Nachweis der Krankheitserreger von Milzbrand und 1881 den Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums. Diese Entdeckung gilt als der endgültige Beweis der Existenz bakterieller Krankheitserreger. Schüler von Koch und Pasteur bauten das Konzept weiter aus. Pasteur entwickelte gemeinsam mit Emile Roux Impfstoffe gegen Milzbrand (1881) und Tollwut (1885). Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato nutzten das Wissen zur passiven Impfung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf (1890). Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche weitere Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten entwickelt, beispielsweise von Jonas Salk und Albert Sabin gegen die Kinderlähmung oder ein Impfstoff gegen Gelbfieber durch Max Theiler. Seit 1967 werden unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweite Impfprogramme aufgelegt. Das Programm ist äußerst erfolgreich; beispielsweise gelten die Pocken offiziell seit 1980 als ausgerottet.

✓ Until the mid-19th century, held the idea that infectious diseases of poor vapors called miasmas be distributed, what to this day in some terms (malaria, "bad air") has received and homeopathic approaches. Already in 1665 discovered the Dutch naturalist Antoni van Leeuwenhoek Bauer and microscopes using a home-built microscope in the aquatic environment and in the human salivary bacteria and protozoa. But only in the 1850igern came Ignaz Philipp Semmelweis (1818-1865) suspected that dirty hands as intermediaries eg of puerperal fever played a crucial role. It took another few decades to the concept of microbial pathogens and corresponding countermeasures prevail everywhere. So led the Scottish surgeon Joseph Lister (1827-1912) in 1867, the spraying of the surgical field with a carbolic disinfectant and was thus able to achieve a steep fall in mortality in the operating room. A compilation of certain criteria when an infection was cooking in 1882 in an essay on tuberculosis. Friedrich Loeffler, a pupil of Koch, stated in 1883 similar criteria for the postulates. Already in 1877 had formulated similar provisions of the bacteriologist Edwin Klebs. The work of Jacob Henle (1809-1885, anatomist and pathologist) and Robert Koch (1843-1910, physician and microbiologist) led to the formulation of the so-called Henle-Koch's postulates in the second half of the 19th century. At the 10th International Medical Congress of 1890 in Berlin Koch spoke "About bacteriological research": "If it is now but could be shown:

✓ then he could not be more fortuitous accident of the disease, but it could be in any case no other relationship between parasite and disease think more than that the parasite is the cause of the disease. "The Henle-Koch's postulates can in this severity, however, not be met in every case.
✓ vaccinations
 Even before the advent of these findings has been practically applied microbiology: It has long been known that the unique standing by the smallpox disease as well as the enduring of cowpox (a self-leveling in humans cow disease) made immune against further infections by smallpox. The English physician Edward Jenner (1749 - 1823) experimented with this knowledge and infected in 1796, a boy with cowpox. Following this boy was immune to the dangerous smallpox. Jenner described this technique with the word "Vaccination". It comes from the Latin word "vaccinia" for cowpox, which is in turn derived from the Latin word for cow, "vacca". This first vaccination was rapidly taken up in Europe, the cause of infectious diseases, however, was still unknown.

✓ This changed in the late 19th century. Louis Pasteur formulated the germ theory in 1864, Robert Koch in 1876 yielded the detection of pathogens of anthrax and in 1881 the detection of tuberculosis bacteria. This discovery is regarded as the ultimate proof of the existence of bacterial pathogens. Pupil of Koch and Pasteur expanded the concept further. Pasteur developed together with Emile Roux vaccines against anthrax (1881) and rabies (1885). Paul Ehrlich, Emil von Behring and Kitasato Shibasaburo used the knowledge to passive vaccination against diphtheria and tetanus (1890). Since the mid-20th century, many more vaccines have been developed against infectious diseases, such as Jonas Salk and Albert Sabin polio or a vaccine against yellow fever by Max Theiler. Since 1967, the World Health Organization (WHO) will be launched worldwide vaccination programs under the auspices. The program is extremely successful; For example, the smallpox are officially eradicated since 1980.

Content rating: Everyone

Requires OS: 4.0 and up

...more ...less